Ich wusste noch nicht, was ich mir aufhalste, als ich vor kurzem einem Bekannten ein Premiere Fußball Abonnement schenkte und versprach, dieses auch für ihn einzurichten. Im nachhinein habe ich keine Ahnung, wie ein technisch nicht versierter Mensch es schaffen soll, sich über die zahlreichen Fallstricke, die auf dem Weg zum digitalen Abo zu überwinden sind, zu meistern. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass der Bezahlsender immer wieder über Absatzschwierigkeiten klagt.
Als über die Nachrichtenticker die Meldung erschien, dass der Bezahlsender Premiere seinen Konkurrenten Arena die Rechte der Fußballbundesliga wieder abgenommen hat und gleich mal zur Feier des Tages die Gebühren erhöhen will, überlegte ich nicht lange und schloss über die Hompage von Premiere ein Abonnement ab. Hierbei musste man sich durch diverse Angebote durchwühlen um endlich das Paket zu finden, welches man will: Fußball pur. Dass ich hierbei, wie ich später per Brief von Premiere erfahren musste, ohne es zu wissen angeblich auch gleich noch die digitale Fernsehzeitschrift des Sender abonniert haben soll, ist mir zwar nicht aufgefallen, nun gut, ich habe das Abo dann halt gleich wieder gekündigt. Seriös sähe für mich aber anders aus.
Um Premiere digital empfangen zu können, war dann auch noch über Kabel Deutschland erstmal der digitale Kabelanschluss zu beantragen. Ich rief daher die Website des Unternehmens auf und fand auch gleich auf der Startseite das von mir gewünschte Paket: “Kabel Digital basic” ohne jegliche Zusatzprogramme zum Preis von 2,90 Euro monatlich. Das Problem steckte auch hier im Detail. Nach Klicken der Schaltfläche “Jetzt bestellen”, änderte sich der Preis auf 10 Euro für “Kabel Digital Home”, eine Auswahl oder Änderung auf “basic” nicht mehr möglich. Erst durch einen Anruf bei Kabel Deutschland kam ich dann zum gewünschten Paket.
Zwei Tage später erhielt ich dann – wiederum ohne es zu wissen – einen Digitalreceiver zur Miete gleich mit, was die monatlichen Kosten auf 4,90 Euro erhöht hätte. Da der Receiver aber wiederum nicht Premieretauglich war, habe ich ihn gleich zurückgesendet.
Erhalten habe ich dann auch eine sog. “Smartcard”. Diese Karte dient dazu die im jeweiligen Paket gebuchten verschlüsselten Programme zu entschlüsseln. Beim Paket “Kabel Digital basic” sind das letzltich die bereits bekannten Privatsender (Pro7, Sat. 1 etc.) und diverse Zusatzprogramme. Ohne die Smartcard kann man letztlich ausschließlich die öffentlich-rechtlichen Programme über Kabel Digital ansehen.
1 Woche später erhalte ich das Willkommenspaket von Premiere. Auch hier bekomme ich wieder eine Smartcard. Da ich nun zwei habe, frage ich mich zum ersten Mal, ob ich nun jedesmal wenn ich das Programm wechsel, vorne am Gerät die Karten tauschen muss. Da fällt mir eine Ausgabe der Zeitschrift Stiftung “Warentest” in die Hände, in der das Gerät “Technisat Digit XPK” als Testsieger beworben wurde. Das Gerät ist nicht nur Premieretauglich, sondern verfügt auch über 2 Anschlussmöglichkeiten für Smartcards, so dass ich mir davon verspreche, die Karten bei einem Programmwechsel nicht tauschen zu müssen.
Nachdem ich nun auch dieses Gerät in Betrieb genommen habe, musste ich jedoch leider feststellen, dass weder die Kabel Digital Karte, noch die Premierekarte funktionierte. Auf allen Kanälen wurde mir nur das verschlüsselte Bild angezeigt. Ein Anruf bei Premiere offenbarte mir, dass ich die Premiere Smartcard alleine in dem “CI Schacht” an der Seite des Geräts betreiben kann, wozu ich aber erstmal ein “CI Modul” nachkaufen müsste; Preis: 50 Euro. Auf meine Frage, weshalb hiervon eigentlich nichts auf der Homepage stand, fand der Mitarbeiter von Premiere auch keine Antwort, bot mir aber einen Receiver von Premiere für 100 Euro an, wenn ich dafür das Abonnement noch mal neu abschließe – dann aber die inzwischen gestiegenen Fußballgebühren bezahlen müsste. Ich lehnte dankend ab und fand mich schon mal damit ab, eben doch noch mal ein Gerät kaufen zu müssen.
Bis das neue Gerät kommt, wollte ich aber wenigstens die restlichen Programme von Kabel Digital nutzen. Ich rief also auch bei Kabel Deutschland an, um zu erfahren, warum ich auch hier keinen Empfang habe. Es stellte sich heraus, dass der “Frontschacht” des Receivers nicht für Kabel Deutschland tauglich sei und dass ich auch hier wieder ein “CI Modul” nachkaufen müsste. Das war es mir dann aber nicht wert.
Auf einem Internetforum und nicht auf der Homepage von Kabel Deutschland, oder Premiere konnte ich dann am Ende lesen, dass es möglich ist, die Informationen der Smartcard von Kabel Deutschland auf die Karte von Premiere übertragen lassen kann, so dass man am Ende doch nur eine Karte benötigt – umgekehrt geht es wieder nicht, aber das stört ja nicht. Weshalb mir das keiner der 5 Servicemitarbeiter sagen konnte, weiss ich aber auch nicht.
Wie mein Vater es hätte schaffen sollen, sich durch dieses Abonnement durchzukämpfen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen….
Die Reise war aber auch mit Erhalt des CI-Moduls noch nicht zu Ende. Denn nach weiteren 2 Wochen ohne Empfang stellte sich heraus, dass mir die falsche Smartcard von Premiere geschickt wurde. Angeblich hätte ich die falsche bestellt. Jetzt, 6 Wochen nach Abschluss meines Vertrages, kann ich endlich Fußball schauen für 24 Euro im Monat….