Niemand braucht Ihr Wechselgeld!

Es gehört meines Erachtens zu einer unendeckten psychischen Erkrankung: Der Zwang an der Supermarktkasse sein Kleingeld loswerden zu müssen. Man kennt die Situation: Vor einem in der Schlange steht einer dieser Spezies und regt sich lautstark darüber auf, warum er denn schon wieder warten müsse, warum nicht mehr Kassiererinnen da sind usw. Kaum ist unser Freund an der Reihe schaut er erstmal der Kassiererin in aller Ruhe zu, wie sie seine zahllosen Artikel übers Band zieht. Erst als die Kassiererin 63,78 Euro verlangt (und keine Sekunde früher) kommt der Kunde auf die Idee, dass er ja noch bezahlen müsste und holt daher auch erst jetzt seinen Geldbeutel aus der Tasche. Natürlich findet er ihn nicht gleich, aber das macht ja nichts, wir warten gerne.

Die Kassierin bekommt erstmal einen Fünfziger und zwei Zehner. Sie nimmt die Scheine, kontrolliert sie und kurz nachdem sie das Wechselgeld abgezählt hat und es dem Kunden überreichen möchte, schreit dieser: “HALT! Ich habe es bestimmt passend! Sie können es ja brauchen”. Vorab: Niemand kann es brauchen. Du willst nur Deinen Müll loswerden. Dies nur am Rande.

Die Kassierin legt ihr Wechselgeld zurück in die Kasse und sieht – zusammen mit allen anderen wartenden Kunden – zu, wie die gesamte Kleingeldbörse durchsucht wird. Nach mehreren Versuchen wird letztlich dann doch erkannt, dass man nicht genügend Kleingeld hat und die Kassierin zählt dann das Wechselgeld halt einfach noch mal ab. Unser Freund ist sichtlich niedergeschlagen, wird seine Kleindgeldbörse doch wieder größer, statt kleiner.

Stunden später sind wir an der Reihe und zahlen auch mit Kleingeld – NATÜRLICH nicht, wir zahlen entweder mit Karte, oder mit Scheinen.

Woher kommt dieser Drang, sein Kleingeld loszuwerden? Ich verstehe es einfach nicht. Jeder, der schon mal als Kind oder Jugendlicher Kleingeld monatelang gesammelt hat, weiß, dass es um “peanuts” geht. Nach einem Jahr sammeln sind es 17,23 Euro. Und dafür bei jedem Einkaufen den Stress? Tun Sie sich selbst und der restlichen Menschheit einen Gefallen und geben Sie Ihr Kleingeld einfach dem nächsten Penner. Sie sind es los und er freut sich. Oder Sie halten es wie eine Bekannte: “Für die paar Groschen bücke ich mich beim Staubsaugen nicht”…….

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