Rauchverbot – Auf dem Weg zur Diktatur

Gibt es irgendeinen Zweifel daran, dass Rauchen ungesund ist? Natürlich nicht. Ist Passivrauchen gesundheitsschädlich? Natürlich! Und dennoch: Das staatlich verordnete Verbot an einen Gastwirt, in seinem eigenen Laden eigenbestimmt zu entscheiden, ob er das Rauchen erlauben, oder verbieten will, ist ein weiterer Schritt in Richtung Diktatur. Mit “Nichtraucherschutz” hat dies gar nichts zu tun. Es geht im Prinzip darum, einem anderen Menschen zu verbieten, zu sein, wie er ist, weil dessen Lebensstil nicht dem Eigenen entspricht. Es geht darum, anderen seinen Lifestyle aufzudrängen, unter dem Vorwand, es doch nur gut mit ihm zu meinen.

Das Rauchverbot in staatlichen Behörden, Schulen, Bibliotheken etc. , aber vor allem auch am Arbeitsplatz ist ohne Einschränkung einzusehen. Hierbei handelt es sich ohne Ausnahme um Orte, die jeder von uns aufsuchen muss. Man kann sich nicht aussuchen, ob man arbeiten geht, ob man einen Behördengang absolvieren, oder die Schulbank drücken muss. Gleiches gilt für öffentliche Transportmittel. Der Gang abends in die Kneipe, oder ins Restaurant ist aber keineswegs eine Pflichtveranstaltung. Hier geht es um das Privatleben, um einen Ort, den ich als Kneipier nach meinen eigenen Vorstellungen gestalte und um einen Ort, wo sich meine Gäste wohl fühlen sollen. Es kann doch nicht ernsthaft sein, dass mir ein Gast in meinen eigenen vier Wänden vorschreibt, ob ich rauche, oder ob ich meinen anderen Gästen erlaube, zu rauchen.

Allen Ortens wird nach dem “mündigen Bürger” gerufen. Es ist einhellige Meinung, der Staat reguliere zu viel. Der Bürger solle doch mehr Eigenverantwortung übernehmen. In Wahrheit wird aber die Möglichkeit des Einzelnen, mündig zu sein (man nennt dies auch “Freiheit”) täglich weiter beschnitten. Es droht eine Dikatur der Besserwisser, die für alle anderen mitentscheiden und deren Lebensstil verpflichtend für alle ist. Wann kommt das Verbot von Alkohol, Schokolade, schnellen Autos? Wann wird jeder Bürger gezwungen Müsli zu essen und joggen zu gehen?

Für die Frage der Zwangseinweisung einer psychisch kranken Person in eine geschlossene Anstalt sieht unser Rechtssystem vor, dass nur derjenige, der sich oder andere in konkrete Lebensgefahr bringt, gegen seinen Willen eingewiesen werden darf. Alleine die Tatsache, dass ein Mensch psychisch krank ist und völlig ab der Norm lebt, ist hingegen kein Grund, in sein Leben einzugreifen. Natürlich ist es aus rationalen Gründen überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum ein Raucher enorm viel Geld ausgibt, um blauen Dunst einzuatmen, daraufhin stinkt und schlussendlich auch noch seine Gesundheit riskiert. Der Punkt ist nur: Es geht niemanden was an. Es ist seine Entscheidung und sein Wille, seine Art zu Leben. Wir reden nicht von Kindern, die oft nicht wissen, was gut für sie ist und wir reden auch nicht von Rauschgiftsüchtigen, die nicht mehr Herr ihres Willens sind. Wir reden von erwachsenen, mündigen und aufgeklärten Bürgern, die sich entschieden haben, ein “sündhaftes” Laster als Bestandteil ihres Leben anzusehen.

Und es geht um Nichtraucher, die es ärgert, dass ein Ort, an den sich auch gerne hingehen wollten, nicht so gestaltet ist, wie er ihnen passt. Wenn man dann zu einem Nichtraucher sagt: “Ihr seid doch genug, wieso gründet ihr nicht euere eigenen Kneipen?”, erhält man als Antwort meist, dass dann aber die anderen, die Raucher, nicht mitgingen, die wolle man aber auch dabei haben, nur eben ohne Zigarette. Und so sollen sie eben gezungen werden, Gesellschaft zu leisten nach den Vorstellungen der Nichtraucher.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich hasse mich dafür, dass ich wieder rauche. Es wäre richtig, dass ich endlich mit dem Unsinn aufhöre. Ich möchte aber mein Leben selbst bestimmen und mir nicht von Müsliessern das Leben diktieren lassen. Ich kann nur allen Gastwirten anraten, gegen das Gesetz zu klagen. Wer Hilfe hierbei braucht, soll sich bei mir melden: Ich kenne einen guten Anwalt. Vielleicht sollte man auch gleich noch einen Raucherclub eröffnen, um selbst gegen den Angriff auf unsere Freiheit ankämpfen zu können.

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9 Kommentare zu “Rauchverbot – Auf dem Weg zur Diktatur”


  1. 1 jhein

    Bravo, ich bin voll Deiner Meinung. Obwohl ich vor fast 3 Jahren aufgehört habe zu rauchen und mich seitdem der Rauch in Kneipen auch ein bisschen stört, finde ich das Gesetz eine Frechheit.

    In allen Ländern, die das rauchen in Kneipen verboten haben, führt das nur dazu, dass inzwischen mehr Leute den halb überdachten Hinterhof der Kneipen bevölkern – da muss ich als Nichtraucher meine rauchenden Freunde ja auch hin begleiten.

  2. 2 Der Haken

    Ich schliesse mich meinem vorredner an und moechte folgendes unsortiertes hinfuegen – mal sehn obs klappt:

    Der Haken – Hessisches Nichtraucherschutzgesetz

    Der Haken – Hessisches Nichtraucherschutzgesetz II

  3. 3 haasenmama

    High dr.escher,
    ich bin erst seit Februar diesen Jahres Gastwirtin in NRW.
    Jetzt schlage ich mich schon seit einiger Zeit mit unserer zuständigen Behörde rum,zwecks Eröffnung eines Raucherclubs.Ich bekomme hier einfach keine Infos.Vieleicht können sie mir ja Tips geben,was ich beachten muss,um einen solchen Club gründen zu können.
    Für jedwede Hilfe bin ich dankbar.Denn ich habe die Nase voll,von Politikern,die unser Leben bestimmen.Von Leuten,denen meine Gesundheit angeblich am Herzen liegt,mir aber trotzdem Kopfschmerzen bereiten,indem sie an meiner Existenz und der meiner Familie sägen mit solch überflüssigen Gesetzen.
    Deutsche,werdet wach und nehmt nicht alles hin,was angeblich gut für euch ist!!!!
    Wo ist unser Rückrat geblieben?
    Sind wir nur noch Ja-Sager?
    Mit mir nicht mehr.

    Ich hoffe auf eine Antwort von ihnen oder irgend jemand,der gute Tips zur Umsetzung meines Planes hat.
    Vielen Dank

  4. 4 dr.escher

    Hallo Haasenmama,

    ich verstehe das Problem nicht: Gem. § 3 Absatz 7 des “Nichtraucherschutzgesetzes” des Landes NRW ist

    “(7) Ausgenommen von Absatz 1 [=das Verbot] sind
    Räumlichkeiten von Vereinen und Gesellschaften,
    deren ausschließlicher Zweck der gemeinschaftliche Konsum von Tabakwaren ist.”

    Also Verein gründen!

  5. 5 katharina

    Sehr gut formuliert und erklärt!!Ich teile Ihre Ansicht zu 100%!!!
    Hoffentlich gibt es Raucherklubs!!

  6. 6 Frank

    schaut euch das hier mal an. ;-)
    http://www.blubberblog.de

  7. 7 Herta

    Sie haben das Problem eigentlich sehr gut formuliert.Ich finde das Thema eigentlich nicht so interessant,ich bin Nichtraucher und habe nie Zigarette geraucht und bin der Meinung Rauchen soll total verboten sein.Danke.

  8. 8 dr.escher

    Und ich Herta, bin der Meinung, es sollte verboten sein, anderen etwas zu verbieten, nur weil man es selber nicht macht, denn das nennt man euphemistisch Egozentrik.

  9. 9 Ruth

    Naja, ich glaube das Problem mit dem Rauchen wird echt zu viel besprochen.Ich finde es eigentlich ganz normal und wir müssen schon akzeptieren, dass es Leute gibt, die seit Jahren rauchen und solche die noch nie im Leben geraucht haben…Also, das ist schon eine Frage der Individualität!

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