Willkommen in der Ostzone

sbzAls die Mauer vor 18 Jahren fiel, hast du noch in die Windeln gemacht? Oder du hast dich nie aus dem kapitalistischen Paradies über den antikapitalistischen Schutzwall getraut und kannst daher nicht beurteilen, wie es für die Menschen in der Ostzone war? Kein Problem, in deiner örtlichen Postfiliale kannst du das Gefühl der Mangelwirtschaft täglich nacherleben. Und das Beste, es kostet nicht mal Eintritt.

Neulich durfte ich mal wieder einen Brief verschicken. Ja, genau, diese weißen Dinger aus Papier, von denen euch eure Eltern erzählen. Das hatte auch seinen guten Grund, denn ich bin stolzer Besitzer eines Onlinekontos bei der DKB. Und nachdem ich im Rahmen einer KFZ-Steuerrückzahlung vom Finanzamt Schwabach einen Verrechnungsscheck (!) erhalten habe (nicht, dass die Vögel meine Kontoverbindung hätten) und bei meiner coolen, hippen Onlinebank ein pdf-Formular herunterladen musste, welches ich ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben und per Post verschicken muss (!!!), damit man mir den Verrechnungsscheck gutschreibt, hieß es für mich, Umschlag suchen und auf zur Postfiliale am Plärrer.

Und was erblicken meine müden Augen morgens um 9h? Eine Schlange von Pennern so lange wie zu besten “Heute-gibts-Bananen-im-Konsum“-Zeiten. Jetzt werden einige einwenden, warum ich nicht einen von diesen tollen Briefmarken-Automaten benutze. Ja, warum wohl nicht? Die Dinger sind entweder außer Betrieb, vollgerotzt oder vollgebrunst und den passenden Betrag habe ich sowieso nie dabei, da diese Drecksdinger nicht in Geld rausgeben, sondern in Briefmarken. Und 45 Cent Marken brauche ich ständig…

Aber zurück in die Schlange. Natürlich war niemand meiner Mitwartenden in der Lage, sich morgens zu waschen. Warum auch? Wir sind doch unter uns. Und natürlich wollten alle irgendeine Postbankscheiße erledigt haben, die pro Person ca. 2 Stunden in Anspruch nimmt. Vielen Dank, komme ich eben etwas später in die Arbeit. Ich freue mich schon riesig auf meinen nächsten Briefversand…

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3 Kommentare zu “Willkommen in der Ostzone”


  1. 1 angel

    also prinzipiell gebe ich dir ja voll recht,
    wenn ich mal vbersehentliuch doch ein päckchen am schalter holen
    muss, könnte ich auch jedes mal kotzen

    aber wg briefmarken?
    die kann man doch sogar im netz ausdrucken?!?!

  2. 2 mkrodel

    soweit ich weiß, geht das nur mit stampit und das kostet. und da ich zum glück nur alle hundert jahre nen brief verschicke, habe ich das bis jetzt noch nicht eingesehen. sollte ich mir aber wohl doch mal überlegen…

  3. 3 dr.escher

    NEin, soweit ich weiß, gibt es jetzt auch eine kostenlose Stampit-Web-Version für Privatanwender…. Aber in die Post gehe ich seit langem nicht mehr. ICh zahle lieber ein paar Euro und lass es von UPS abholen. Bekommt der Empäfnger halt einen Brief in einem Paket… ;)

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