Issos, 333 bC. Alexanders Sieg für den Westen

Issos Mosaik

Oft wird die Schlacht von Tours und Poitiers im Oktober 732 n. Chr. als Entscheidungsschlacht zwischen der westlichen und der im Vordringen befindlichen östlichen Welt gesehen. Karl Martell (”der Hammer”) verhinderte damals durch seinen Sieg über den Heerführer der Araber, Abd ar-Rahman, deren weiteres Vordringen nach Europa; vielfach wird hingegen der 2. Belagerung von Konstantinopel (717–718) diese Bedeutung zugeschrieben.

Auch die Schlacht an den Thermopylen soll es gewesen sein: Hoffnungslos unterlegene griechische Soldaten haben an der damals nur wenige Meter breiten Meerenge zwischen dem Kallidromos-Gebirge und dem Mittelmeer, den sog. Thermopylen, in einer mehrtägigen Schlacht dem Ansturm der Perser unter König Xerxes I. nicht nur standgehalten, sondern im Wissen um ihren Tod, den Gegner so lange aufgehalten und solche Schäden zugefügt, dass sich die Bundesgenossen im Hintergrund sammeln und in den folgenden siegreichen Schlachten bei Salamis und Plataiai ihre Unabhängigkeit bewahren konnten.

Aber erst 137 Jahre später, im Jahr 333 vor Christus, besiegte Alexander der Große entgegen aller Wahrscheinlichkeiten in der Schlacht von Issos das zahlmäßig weit überlegene persische Heer und setzte hiermit nicht nur dem persischen Großreich ein Ende, sondern sicherste auch für Jahrhunderte den griechischen Einfluß auf Europa.

battle of issosAlexander setzte bei Troja nach Kleinasien über. Der persische König Dareios III. nahm den griechischen Vorstoß erst noch nicht besonders ernst, was sich nach der Schlacht am Granikos (334), dem ersten umfassenden Sieg Alexanders auf persischem Boden, schlagartig änderte. Durch diesen Sieg erhielt Alexander die gesamte Aufmerksamkeit des persischen Königs, der sich nunmehr höchst persönlich den griechischen Eindringlingen widmete. In der Schlacht bei Issos kam es daher zum ersten direkten Zusammentreffen der beiden. Wieder sollte eine Meerenge die Entscheidung bringen. Eingeschlossen durch das Meer auf der einen und durch Gebirge auf der anderen Seite standen sich 30.000 Griechen und mehr als 100.000 Perser, darunter aber auch ein hoher Anteil griechischer Söldner, gegenüber. Alexander setzte seine bewährte Strategie ein: Während makedonische Soldaten die Mitte durch Ihre Phalanx absichert, konzentriert er die von ihm persönlich geleitete Kavallerie auf der rechte Seite der Truppenlinie und wartet ab, bis sich in der persischen Mauer ein Lücke bildet. Blitzartig stößt er mit Elitereitern vor und dringt in die persischen Reihen ein – direkt auf den Perserkönig Dareios zu. Dieser erkennt, dass Alexander es tatäschlich auf ihn höchst persönlich abgesehen hat und ergreift, ohne dass die Schlacht zu diesem Zeitpunkt verloren gewesen wäre, die Flucht. Die persischen Truppen wollen ohne Führung die keineswegs aussichtlose Schlacht nicht fortsetzen und setzen ebenfalls zum Rückzug an. Alexander ließ die fliehenden Perser verfolgen, richtete aber insbesondere unter den zurückgebliebenen Griechen, die für den Feind gekämpft hatten, ein Blutbad an und zeigte damit, dass ein erfolgreicher Feldherr letztlich doch auch auf abstoßende Weise brutal und abgestumpft sein muss.

Den endgültige Sieg über Persien erreichte Alexander der Große erst 2 Jahre später, in der Schlacht von Gaugamela, in welcher Darios III. erneut die Flucht ergriff und Alexander endgültig zum “Herrscher über Asien” aufstieg. Es war aber doch die Schlacht von Issos, die den Anfang vom Ende der persischen Bedrohung Kleinasiens bedeutete. Die psychischen und moralischen Folgen dieser Schlacht waren immens: Nach dieser Schlacht, in der eine dreifach überlegene Streitmacht besiegt wurde, war klar, dass Alexander es in der Tat mit Darios aufnehmen konnte und wollte, dass Darios selbst sich nicht gewachsen sah und fliehen musste. Der letzte Zweifler verstummte und die erste Bundesgenossen der Perser liefen über. Mit der Schlacht wurde er “der Große” und sicherte das Abendland für Jahrhunderte. Damals, “drei, drei, drei bei Isssos Keilerei”.

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