SPD will Managergehälter beschränken. Spinnen die?

Welche hirnrissigen Ideen fallen denen eigentlich noch ein? Klar ist es für eine Firma nicht besonders sinnvoll einem, wegen dauerhafter Erfolglosigkeit entlassenem Manager, auch noch eine millionenschwere Abfindung hinterherzuwerfen. Vielleicht sind die 60 Millionen, die Porsche Vorstandschef Wiedeking in diesem Jahr kassiert hat auch wirklich ein bisschen hoch. Und vermutlich sind solche Gehälter einem Hartz IV Empfänger oder einem Bezieher von Mindestlohn auch nicht ganz einfach zu vermitteln. Verstehe ich alles. Aber,

das Gehaltsniveu eines Vorstandschefs ist meiner Meinung nach einzig und alleine eine Angelegenheit der betreffenden Firma. Ich finde schon die Veröffentlichungspflicht ein bisschen seltsam. Natürlich müssen die Aktionäre, das sind ja die Besitzer einer Aktiengesellschaft wissen, was der Vorstand verdient, aber die Allgemeinheit geht das eigentlich wenig an. Na gut, von mir aus. Aber die Gehälter und Abfindungen von Vorstandschefs durch ein Gesetz nach oben beschränken zu wollen oder zumindest offentlich darüber nachzudenken, finde ich schon sehr befremdlich. Das ist nun wirklich ein Gebiet auf dem die Politik – das sind übrigens die, die Ihr Gehalt selbst festlegen und gerade kräftig erhöht haben –  nun wirklich gar nichts verloren hat.

Das Problem ist ja nicht entstanden, als der jeweilige Betrag überwiesen wurden, sondern als der Vertrag verhandelt und vom Aufsichtsrat unterschrieben wurde. Wenn überhaupt hat zu diesem Zeitpunkt jemand einen Fehler gemacht und dann ist das eine Fehlentscheidung wie viele andere. Man hat, genauso wie man als Firma in falsche Technologien investieren kann, eben in das falsche Management investiert. Damit muß man leben und kann das Problem nicht mit Gesetzen lösen. Nach der Begrenzung der Managergehälter, kann man ein Gesetz gegen Fehlentscheidungen und dann gleich die Planwirtschaft einführen.

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5 Kommentare zu “SPD will Managergehälter beschränken. Spinnen die?”


  1. 1 dr.escher

    Soweit ich die Pläne kenne, geht es weniger um das Gehalt, sondern um Abfindungen. Ich bin eigentlich auch nicht der Meinung, dass das alleine Sache des Unternehmens ist. Die betroffenen Konzerne nehmen Fördergelder, öffentliche Einrichtungen, Sicherheitsbehörden und vieles mehr in Anspruch. Auch entscheiden teilweilse völlige Idioten “mir nichts Dir nichts” über die soziale Existenz tausender Familien. Ich finde, der Staat hat hier sehr wohl das Recht einzugreifen, wenn ein Manager durch völlig Missplanung eine Stadt in die Armut entlässt, selbst aber noch Millionen dabei verdient.

    Andererseits: Ich würde halt einfach den Einkommenssteuerspitzensatz heben und Abschreibungen abschaffen. Hört sich doch viel besser an, als “Gehälter begrenzen”.

  2. 2 jhein

    > Soweit ich die Pläne kenne, geht es weniger um das Gehalt,
    > sondern um Abfindungen.

    Diskutiert wird/wurde auf jeden Fall beides.

    > Ich bin eigentlich auch nicht der Meinung, dass das alleine Sache
    > des Unternehmens ist. Die betroffenen Konzerne nehmen
    > Fördergelder, öffentliche Einrichtungen, Sicherheitsbehörden und
    > vieles mehr in Anspruch.

    Naja, dafür bezahlen die Unternehmen auch Steuergelder und außerdem wäre das ein Totschlagargument, denn damit kann ich alles begründen, denn jeder nimmt öffentliche Einrichtungen in Anspruch.

    Bei Fördergeldern gebe ich Dir recht, aber die muss man dann halt so ausgestalten, dass man sie nur bekommt, wenn man dem Zweck des Fürdergeldes auch nachhaltig entspricht.

    > Auch entscheiden teilweilse völlige Idioten “mir nichts Dir
    > nichts” über die soziale Existenz tausender Familien. Ich finde,
    > der Staat hat hier sehr wohl das Recht einzugreifen, wenn ein
    > Manager durch völlig Missplanung eine Stadt in die Armut entlässt,
    > selbst aber noch Millionen dabei verdient.

    Naja, aber dann müsstest der Staat auch bei wirtschaftlichen Fehlentscheidungen eingreifen und dann können wir gleich die Planwirtschaft wieder einführen.

    > Andererseits: Ich würde halt einfach den
    > Einkommenssteuerspitzensatz heben und Abschreibungen abschaffen.
    > Hört sich doch viel besser an, als “Gehälter begrenzen”.

    Ich finde die Diskusion und sich überhaupt auf so ein Thema zu stürzen wirklich unterträglich. Das ist Populismus reinsten Grades und null zielführend. Schläft sowieso ein und bringt auch nix, wenn man drei Managern die Abfindungen streicht. Das Kind ist da ja schon längst in den Brunnen gefallen.

  3. 3 dr.escher

    Ja, ich bin der Meinung, dass die staatliche Fürsorge ein Argument für den EIngriff ist. Ich halte das auch nicht für ein “Totschlagargument”, sondern für eine Frage der Abwägung. Der Staat hat zwischen dem Recht des Unternehmens, eigenbestimmt zu entscheiden, und den Auswirkungen von Fehlentscheidungen auf die Bevölkerung abzuwägen.

    Die derzeitige Wirtschaftsordnung sieht vor, dass Arbeitnehmer sich zurückhalten und mehr arbeiten sollen, auch in guten Zeiten kaum von den Gewinnexplosionen profitieren, sobald es aber dann wieder abwärts geht, ihren Job verlieren, während Manager Millionen verdienen. Dass dies Sprengstoff für eine demokratische Gesellschaft ist und ostdeutsche Wahlergebnisse hervorruft, wundert mich zumindest nicht.

    Es geht bei der Frage weniger um “Bestrafung” der Manger, als vielmehr um die Verhinderung von Raubbau.

    Meines Erachtens sollte man endlich Ernst damit machen, Gelder, die im Unternehmen verbleiben weniger, Entnahmen dafür deutlich mehr zu besteuern. Und vor allem: Versteckte Entnahmen besser überwachen.

  4. 4 Angel

    Einerseits verstehe ich wirklich den Hintergrund,
    warum man das machen will, denn da bekomme ich auch
    meinen Hass, wenn man sich diese Entwicklungen anschaut.

    Wenn es nach mir ginge, dürften Manager, deren Firmen stellen abbauen, zum Beispiel auch keine Gehaltserhöhungen in dem Jahr bekommen, aber es ist halt schon ein zweischneidiges Schwert, man will die Wirtschaft ja autonom lassen…

    Andrerseits stelle ich mir auch die Frage:
    Wieviel Geld “verdient” ein einzelner Mensch denn maximal für seine Arbeit?

    “Verdient” irgendwer auf dieser Welt wirklich zweistellige Millionengehälter in einem Jahr?
    Ich denke, das ist IMMER unverhältnismässig

    aber wie packt man das in ein Gesetz?

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