Meistens zeichnen sich großartige Kinofilme durch breit gesteuerte Werbung, enorme Besucherzahlen und hohe finanzielle Erfolge aus, sogenannte “Blockbuster” – Der Begriff “Blockbuster” leitet sich im Übrigen von Luftminen ab, die von den Alliierten im Luftkrieg des Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Aufgrund der verheerenden Wirkung wurden diese Bomben als „Wohnblockknacker“ oder eben „Blockbuster“ bezeichnet.
Aber man findet in der Videothek manchmal auch weniger erfolgreiche Filme, deren ausgebliebener Erfolg völlig unverständlich ist. In diesem Fall freut man sich umso mehr, einen “versteckten Schatz” gefunden zu haben und meistens sind dies Filme, die einem besonders in Erinnerung bleiben. So gehört für mich der Film “The Shawshank Redemption” (”Die Verurteilten”) zu den besten Filmen, die jemals gedreht wurden, auch wenn dessen großer Erfolg im Kino ausblieb. “My cousin Vinny” hat zwar deutlich weniger Tiefgang, aber Joe Pesci brachte mich dermaßen zum Lachen, dass ich mir den Film mehrmals ansehen musste.
Joe Pesci spielt Vinny Gambini, einen kleinwüchsigen Anwalt aus Brooklyn, der 6 mal zur Prüfung antreten musste, um endlich als Anwalt zugelassen zu werden. Kaum wird er Mitglied der “Bar association“, der amerikanischen Rechtsanwaltskammer, wird sein Cousin Billy Gambini, gespielt vom ewigen Karate-Kid-Darsteller Ralph Macchio unter widrigen Umständen in einem verschlafenen Südstaatendorf in Alabama wegen Mordverdachts verhaftet. Joe Pesci, der bisher noch nie einen Gerichtssaal von innen gesehen hat, erscheint mit seiner Verlobten, einem paar Cowboystiefel, einer Lederjacke, einer Goldkette um den Hals und Sonnenbrille – möglicherweise ein angemessenes Outfit für Anwälte in der Bronx, aber natürlich nicht für eine Kleinstadt in den Südstaaten. Aber es ist nicht nur das Outfit, das Joe Pesci auf allerlei Widerstand vor Gericht stoßen lässt: Während man in New York auch vor Gericht wohl eine deutliche Sprache spricht und es mit den Regularien nicht so ernst nimmt, so entpuppt sich der hießige Strafrichter als “strict to the book”.
Die Schauspielerin Marisa Tomei spielt die Verlobte von Joe Pesci. Auch sie kommt aus New York, was man ihrem Mundwerk sofort anmerkt. Für Ihre Rolle einer Frau, “who has a certain legal potential trapped inside a street-smart personality” bekam sie 1992 den Oscar als beste Nebendarstellerin.
Die bisweilen haarsträubende Geschichte dient nur als Forum, für unheimlich witzige Dialoge. Allein schon die Wortgefechte des “frei Schnauze” redenden Anwalts Joe Pesci mit dem hochkonservativen Richter sind eine wahre Freude. Ein absolutes Muss!
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