Warum es Hillary werden muss.

HillaryWer kommt nicht ins Schmunzeln, wenn er sich vorstellt, dass Barak Obama der erste schwarze US-Präsident wäre, dessen Vorname nicht nur völlig unamerikanisch klingt, sondern auch noch starke Assoziationen zum Staatsfeind Nr. 1, Osama Bin Laden, weckt. Nicht ohne Grund “versprechen” sich “Republikaner-nahe” Journalisten gerne (”Senator Osama…, aeh, I mean Obama…”). Der 46-jährige sieht auch, soweit man das als Mann beurteilen kann, gut aus und versprüht sowas wie “jugendlichen Charme”. Seine konsequente Ablehnung des Krieges im Irak zeigen auch, dass er sowas wie Prinzipien hat und nicht sklavisch dem Volk nach dem Mund redet. Und dennoch: Hillary Clinton muss Präsidentin werden. Sie hat das klarere Konzept und man hat bei Ihr nicht das Gefühl, “es auf einen Versuch ankommen zu lassen”. Ich würde sie wählen.

Ich gebe es zu: Ein bisschen hat es auch mit ihrem Mann, ex-Präsident Bill Clinton zu tun. Ich würde schon sehr gerne Bill Clinton als First Lady sehen. Hillary wäre also auch die Möglichkeit, wieder mehr von Bill zu sehen. Obwohl einem der Verstand sagt, dass die Clintons letztlich nur perfekte “spin doctors” einsetzen, kann man sich nicht dagegen wehren, sie zu mögen. Wie in einem gut gemachten amerikanischen Spielfilm sind Bilder wohl ausgewählt, Reden perfekt geschrieben und oft kommt auch noch die richtige Musik dazu. Natürlich sind die Clintons keine Heiligen. Ich denke Hillary kann – vielleicht noch stärker als Bill- sehr wohl austeilen und nicht immer über der Gürtellinie. Aber letztlich ist es genau das, was sie für den Job empfiehlt: Das Herz an der richtigen Stelle, aber gleichzeitig die Fähigkeit, Härte zu zeigen.

Wären die Zeiten andere, ich würde mich vielleicht für Barak Obama aussprechen. Bei einem Wahlsieg von Hillary Clinton würden immerhin 2 Familien das Weiße Haus für mindestens 24 Jahre inne haben (Bush senior 1988-1992, Bill Clinton 1992-2000, Bush junior 2000-2008 und dann eben Hillary Clinton mindestens von 2008-2012). Auch strahlt Hillary Clinton viel “weiter so” aus, während Barak Obama einen kompletten Neuanfang verspricht. Nach 8 Jahren Bush würde man sich natürlich gerne für eine vollständige Kehrtwende entscheiden, doch Obamas Versprechen, “alles anders zu machen” entpuppt sich beim näheren Hinsehen, entweder als Mogelpackung, oder als riskant.

Mich stört insbesondere sein Versprechen, die US-Truppen unverzüglich aus dem Irak abzuziehen. Ich bin mit allen Bush-Kritikern einer Meinung, dass dieser Krieg nichts mit den Gründen zu tun hatte, weswegen er offiziell gestartet wurde. Ich fand daher auch Gerhard Schröders Entscheidung, sich nicht an dem Krieg zu beteiligen, richtig. Jetzt aber übereilt die Truppen abzuziehen und den Gegnern der Demokratie das Gefühl eines Sieges zu schenken, wäre fatal. Richtigerweise verspricht Hillary Clinton daher auch einen stufenweisen Abzug, der mit einem Aufbau des Irak einhergeht. Sie hat auch Recht, wenn sie sagt, dass man nichts desto trotz mit einer Basiseinheit im Land bleiben müsse.

Es zeigt sich auch bei allen anderen wichtigen Themen wie Gesundheitswesen, Steuern, oder auch der Innen- und Rechtspolitik, dass Hillary Clinton sehr genaue Ideen hat, wie sie das Land regieren will, während sich Obama Barak im Nebel des “We need a change” einhüllt. Mir gefällt an ihm auch nicht, dass er eine Politik verspricht, die niemandem weh tun würde – gute Politik tut immer jemandem weh.

Hillary Clinton ist die beste Kandidatin für das Amt des US-Präsidenten. Sie möchte das Ansehen der USA in der Welt wieder herstellen, die Wirtschaft neu beleben und die amerikanische Demokratie wieder stärken. Am glaubwürdigsten ist ihr Einsatz für eine einheitliche US-Krankenversicherung, mit deren Durchsetzung sie bereits 1992 beauftragt wurde und damals scheiterte. Und alle, die den ersten schwarzen US-Präsidenten haben wollen, sehen vielleicht in der Tatsache Befriedigung, dass sie immerhin die erste weibliche US-Präsidentin wäre.

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6 Kommentare zu “Warum es Hillary werden muss.”


  1. 1 angel

    Ich nehme ihr es sehr krumm,
    dass sie ins “Krieg gegen Irak” Horn mit rein gestoßen hat,
    um dem Populismus zu genügen…
    und dann wieder die typische Rolle rückwärts, als mal wieder
    bewiesen wurde, dass es keine stichhaltigen Gründe dafür gibt und das Volk eh keine Lust auf den nächsten Krieg hat

    da es eh wieder die Republikaner werden,
    ist es leider wohl eh sinnlos, sich darüber Gedanken zu machen…

  2. 2 dr.escher

    Nun, ich will nicht Adenauer zitieren müssen: “Niemand kann mich daran hindern über Nacht klüger zu werden” ;)

  3. 3 angel

    oh, ich hatte mich auch vertippt, es ging um den “Iran”,
    nicht “Irak”…

  4. 4 diana

    Beide sind sehr gute Kandidaten und beide wären ein erster guter Schritt in Richtung besseres Amerika, am besten wäre es wenn beide zusammen arbeiten könnten. Da das aber nicht geht, wäre ich auch für Hillary sie ist eine starke Frau und man sieht ihr an dass sie die Stärke hätte wirklich was zu verändern! Finde aber Obama trotzdem auch sympathisch ;)

  1. 1 Hillary Clinton » Warum es Hillary werden muss.
    Pingback am 21. Jan 2008 um 14:25

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