Ich denke, man kann es zugeben: Tom Cruise hat schon wirklich ein paar gute Filme gemacht. “Top Gun“, “Die Firma“, aber auch “Interview mit einem Vampir” gehörten – jeweils zu ihrer Zeit – schon zu dem, was man gerne gesehen hat. Wenn man fair ist, kann man auch nicht sagen, Cruise hätte einfach nur das Glück gehabt, jeweils in einem erfolgreichen Film mitzuspielen. Er ist meines Erachtens schon wirklich ein begnadeter Schauspieler. Man könnte ihn fast mögen, wenn er nicht ständig und dauernd mit völlig abstrusen Aussagen zur Scientology Church auffallen würde. Nachdem sehr viele “Künstler” sich irgendeine Idiotie zulegen, um extravagant zu wirken, habe ich diesen ganzen Scientology-Hokuspokus um Tom Cruises nie ernt genommen. Inzwischen glaube ich aber, der Mann ist wirklich gefährlich.
Ich gebe es zu: Ich habe diesen ganzen Sektenmist nie wirklich ernst genommen. Für mich waren das immer Wichtigtuer oder harmlose Spinner, die halt gerne durch die Stadt rennen und “hare krishna” schreien. Natürlich hat man von Psychoterror und finanzieller Ausbeute gehört, aber man dachte da auch immer ein bisschen daran, dass es schließlich auch Leute gibt, die bei “Neun Live” anrufen, oder selbst nach einer Million Warnungen immer noch auf E-Mails der Nigeria-Connection hereinfallen. Ich möchte gar nicht mit denjenigen anfangen, die glauben sie hätten einen BMW gewonnen, obwohl sie nie bei einem Preisrätsel mitgemacht hatten – “es war ja schließlich notariell beglaubigt“. Es gibt einfach Personen, die kann man gar nicht schützen, solange es verfassungswidrig ist, sie gleich nach der Geburt unter Betreuung zu stellen. Gefährlich für alle wird es aber spätestens dann, wenn der Anteil dieser Personen an der Gesamtbevölkerung steigt und damit immer mehr Personen diesen Unsinn glauben. Wie auch bei verwirrten Wählern liegt der Schlüssel aber nicht in der Bekämpfung der Anhänger, sondern in der Bekämpfung der Organisation und deren Aushängeschilder.
In einem Anfang 2008 veröffentlichten Buch behauptet Andrew Morton, Tom Cruise sei nicht einfach nur eine Werbefigur des Sektenvereins, er sei vielmehr inzwischen in das Führungsgremium aufgestiegen und werde bei wichtigen Entscheidungen miteinbezogen. Der Schauspieler tritt auch immer aggressiver auf: So attackierte er beispielsweise im Juni 2005 in zwei Fernseh-Interviews die Schauspielerin Brooke Shields, weil diese in einem Buch beschrieben hatte, wie sie ihre Wochenbettdepressionen erfolgreich mit Medikamenten bekämpft habe. Cruise, der “Psychiatrie und damit auch Psychopharmaka kategorisch ablehnt”, meinte, Shields solle gegen ihre Depressionen meditieren. Nachdem er auf die anschließende massive Kritikwelle mit einer – nach Aussage von Brooke Shields – wirklich glaubhaften Entschuldigung angefangen hat, wieder “Boden gut zu machen”, dreht er nun völlig durch:
Mit einer großen und blinkenden Medaille an einem blau-grünen Band um den Hals und völlig wirrem Blick verspricht er Anhängern der Scientology, die Welt zu “säubern”. Der ZDF-”Historiker” Guido Knopp, der mir seit Jahren auf die Nerven geht, vergleicht die Ansprache von Tom Cruise gleich mit der von Goebbels im Sportpalast, was natürlich völliger Unsinn ist. Hier ein dummer Schauspieler vor 100 Verwirrten, dort ein Minister einer Diktatur, der zum Krieg aufruft und die Massen mobilisiert. Aber es stimmt schon, dass Tom Cruise, der über ein unheimliches Vermögen und sehr gute Kontakte verfügt, nicht mehr als der harmlose Depp angesehen werden kann, für den wir ihn alle hielten – vor allem nicht in einem Land, in dem radikalreligiöse Botschaften auf immer mehr Anhänger treffen. Es wird Zeit, dass Tom Cruise nicht mehr in Hollywood akzeptiert wird.
also ich finde ihn selbst als Schauspieler ziemlich mäßig…
seine beste Rolle war für mich Lestat in
“Interview mit einem Vampir”
ansonsten hatte er nur relativ flache Action Rollen,
Vanilla Sky litt meiner Meinung nach z.B. sehr unter ihm, sonst wäre der Film einer meiner All Time Favourites
Er hat die Mimik eines Holzkopfs, gut, wenn dieser eine Ausdruck für den Film passt, ok, aber wenn nicht, dann…
und BTW:
wußtet Ihr, dass Scientologen die Placenta nach der Geburt eines Kindes essen. Da kann ich nur sagen:
Mahlzeit! *würg*
In Magnolia war er tatsächlich gut, weil er, ein Arsch, einen Arsch gespielt hat. Aber “begnadet”? ich find’s erschreckend, wieviele bekannte Schauspieler Mitglied in dieser Sekte sind (die übrigens eine eigene Kirche haben und nicht den gleichen Scheiß mitmachen müssen wie das “Fußvolk” – aus gutem Grund) und was passiert, wenn ein Schauspieler aussteigen will. Bestes Beispiel: John Travolta. Erst, als er dank Ehefrau wieder an Bord war, kam plötzlich “Pulp Fiction” um die Ecke.