Es gibt Kunden, die sind, oder die kann man nie zufriedenstellen. Und das ist gut so. Da wäre zum Beispiel der Maserati Quattroporte. Er ist wunderschön, wird von einem kraft- strotzenden Achtzylinder mit 400 PS an – und in weniger als sechs Sekunden auf eine Reisegeschwindigkeit von 270 Stundenkilometer getrieben. Sein Inneres, mit edlen Materialien verschwenderisch ausgestattet, gleicht einem feudalen Salon. Nobler kann man in der Oberklasse kaum reisen. Trotzdem gab es Kritik.
Bemängelt wurden die wackligen Knie, sprich die Wankneigung der Luxuslimousine in scharf genommenen Kurven. Schließlich soll die Zigarrenasche des Chef-Fahrers im Aschenbecher landen, und nicht auf dem in Brioni gewandetem Bein. Deshalb wurde die Dreizack-Marke aktiv, tauschte die nachgiebigen Skyhook-Federbeine gegen passive Dämpfer von Billstein und straffe Federn von Eibach. Mit dem Resultat, dass der Karosserie die Flatterhaftigkeit gründlich ausgetrieben wurde. Den Preis zahlt der Komfort, doch stören wird es nur die Prinzessin auf der Erbse. Nachgeschärft wurden ebenfalls die Bremsen. 360 statt 330 Millimeter große Brembo-Scheiben aus Guß und Aluminium nehmen die knapp zwei Tonnen wiegende Limousine an die Kandare. 295er Breitgummis für die saubere Linie an der Hinterachse und Sportsitze ergänzen das Geschirr.
Das Automatikgetriebe stammt vom deutschen Hersteller ZF, und arbeitet gewohnt präzise und superschnell – die Schaltzeiten reduzieren sich um hervorragende 35 Prozent gegenüber dem Standardmodell. Wählt man die Gänge per Lenkrad-Paddel vor, schaltet die Box beim Anbremsen vor der Kurve sauber herunter, und verschenkt keinen noch so winzigen Gasstoß beim Herausbeschleunigen. Wer noch ein Zacken zulegen möchte, drückt einfach den Sport-Knopf: Belohnt wird die Entschlussfreude mit einem vom ESP ungetrübtem puren Fahrerlebnis.
Grund zur Besorgnis um den Chef besteht nicht, denn die ausgezeichnete Bodenhaftung verliert der GT S auch in diesem Modus nicht. Selten war ein Maserati so „handzahm“. Schon gar nicht ein so sportlicher. 125315 Euro für den Feinschliff des besten Dienstwagens gehen an das Finanzamt. Zunächst.
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