Er gilt als der Allergrößte. Kaum ein anderer hat als so junger Mensch bereits der Weltgeschichte seinen Stempel aufgedrückt. Mit 20 Jahren übernahm er das Königreich seines Vaters, mit 23 bezwang er das mächtige Perserreich, mit 30 regierte er von Griechenland bis Indien. Er gründete 70 Städte, reformierte die Wirtschaft und verankerte die westliche Kultur für Jahrhunderte im Morgenland. Alexander der Große ist die Lichtgestalt des Abendlandes. Oliver Stone wollte ihm mit seinem Kinofilm ein Denkmal setzen. Er beschäftigte große Namen wie Colin Farrell, Val Kilmer, Anthony Hopkins und Angelina Jolie – herausgekommen ist eine Katastrophe, man könnte fast glauben, es sollte eine Komödie werden.
Es wird überall darüber berichtet, dass Alexander der Große angeblich bisexuell gewesen sein soll. Vor allem sein engster Freund, General und Leibwächter Hephaistion soll es ihm dabei angetan haben. Da Homosexualität in der Vergangenheit nur sehr schwer mit einer männlichen Führungsgestalt in Zusammenhang gebracht wurde, hat Oliver Stone sich ganz offensichtlich vorgenommen, gerade diese Seite von Alexander zu beleuchten. Hat man jedoch früher zu Unrecht Alexanders Vorlieben dämonisiert und verdrängt, übertreibt Oliver Stone vollkommen. Der gesamte Film wirkt wie Fortsetzung von “Fear and Loathing in Las Vegas”, bei der ein völlig deplazierter Colin Farrell durch Persien stolpert und eher nebenbei mal ein bisschen reitet und fechtet. Angelina Jolie, die Alexanders Mutter spielt, übermittelt während des gesamten Filmes völlig abstruse Videobotschaften, die wohl Briefe an ihren Sohn darstellen sollen, aber dem Zuschauer nur auf die Nerven gehen.
Hephaistion, gespielt von Jared Leto, wirkt nicht wie ein großer General, der zudem eben auch homosexuell ist, sondern wie ein einziger geiler Lustknabe, der Alexander den ganzen Film mit extrem stark geschminkten Augen anlüstert und um ein Schäferstündchen geradezu bettelt.
Völlig lächerlich ist die Besetzung durch Collin Farrell. Mit seinen schlecht blond gefärbten Haaren, die als unmögliche Föhnfrisur überhaupt nicht zu seinen dunklen Augenbrauen passen und vor allem ihn nicht mal im Ansatz wie einen Griechen aussehen lassen, tanzt er durch den Film und wirkt insbesondere wenn er versucht etwas pathetisches zu sagen, einfach nur komisch.
Wie man eine so große und farbenreiche Geschichte wie die des Hellenkönigs Alexander so vollkommen versauen kann, ist mir eigentlich nur ein Rätsel. Der Film ist eine Folter für Kinogänger und eine Lachnummer für jeden einigermassen geschichtlich interessierten.
Ich habe mich nach den ersten fünf Minuten spontan für einen anderen Film entschieden. Wenn die Mutter ein paar Jahre jünger ist als das Kind wird’s schwierig. Und die blondierte Föhnfrisur trug ebenfalls nicht dazu bei, mich bei der Stange zu halten.
oh mein Gott war der langweilig
weiß gar nicht, warum ich da bis zum Schluss davor sitzen geblieben bin