DIe CSU hat in Bayern nach über 40 Jahren ihre absolute Mehrheit eingebüßt. Die Abwahl einer Regierungspartei ist in Demokratien zwar normalerweise eine Selbstverständlichkeit – aber nicht in Bayern. Die Mehrheit der bayerischen Bürger war weit über vier Jahrzehnte absolut immun gegen jede Kritik an der bayerischen Regierung. Die CSU konnte letztlich aufstellen wen sie wollte und sie konnte regieren wie sie wollte, sie erhielt stets die absolute Mehrheit. Man interessierte sich eigentlich nicht mal für die Themen der anderen Parteien, man wählte das, was Vater und Großvater immer gewählt haben, ohne wirklich darüber nachzudenken. Da die CSU im Gegensatz zu anderen Regierungsparteien ohne Koalitionspartner auch nie Kompromisse eingehen und auch harte, unpopuläre Maßnahmen treffen konnte, ohne einen Verlust der Regierungsmacht zu fürchten, war ihr Selbstbewusstsein unumstößlich und ähnlich wie im Fußball haben Gewinner eben auch die meisten Fans. Man ist eben lieber auf der Gewinnerseite. Damit ist es fürs erste vorbei. Bayern ist in der Berliner Republik angekommen.
Leider hat zu diesem erfreulichen Umstand die SPD nichts beigetragen und ihrerseits das schlechteste Ergebnis seit Kriegsende eingefahren. Man kann wohl nicht alles haben…
> (…) und ähnlich wie im Fußball haben Gewinner eben auch
> die meisten Fans. Man ist eben lieber auf der Gewinnerseite.
> Damit ist es fürs erste vorbei
Hm, das ist ein bisschen eine destruktive Logik finde ich. Es klingt fast so, als hätten die Gewinner bisher ja alles richtig gemacht und wir haben jetzt die Verlierer bekommen und sollten darüber auch noch glücklich sein. Hauptsache wir haben ihnen eins ausgewischt.
Also wenn die CSU bisher die _verdienten_ Gewinner waren, weil sie auch unpopuläre Maßnahmen durchgesetzt haben (das hat immer den Unterton von “unpopulär aber notwendig”), dann hätten sie auch die absolute Mehrheit behalten müssen. Rein logisch betrachtet.
Das es nicht gut ist, wenn seit Jahrzehnten immer die gleich Partei mit absoluter Mehrheit durchregiert steht natürlich auf einem anderen Blatt und persönlich bin ich mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden.
> Hm, das ist ein bisschen eine destruktive Logik finde ich. Es klingt > fast so, als hätten die Gewinner bisher ja alles richtig gemacht und > wir haben jetzt die Verlierer bekommen und sollten darüber auch noch > glücklich sein. Hauptsache wir haben ihnen eins ausgewischt.
Nein, ich meinte eben es ist oft wie im Fußball: Du bist deshalb der Gewinner, weil Du der Gewinner(typ) bist. Weil Du immer gewinnst, bist Du selbstbewusst und Dein Gegner hat so viel Angst davor, schon wieder zu verlieren, dass er gar nichts erst kämpft, sondern sich dem Schicksal hingibt. Ich finde die Gegner der CSU, insbesondere die SPD, haben in der Vergangenheit die Schlacht schon verloren gegeben, bevor sie begonnen hat. Und Wähler mögen eben Gewinnertypen lieber…
Das dies nun nicht mehr selbstverständlicherweise so ist, kann man hoffen, dass Wahlkämpfe in Bayern nun auch ein bisschen spannender in Zukunft werden.
Hier habe ich noch einen witzigen Kommentar zum Verhalten der Verlierer gefunden:
http://www.coffeeandtv.de/2008/09/30/auf-jeden-sieger-zehn-verlierer/