Archiv für November 2008
Also dass muss mir mal einer erklären: Herr Merckle ist der fünft reichste Deutsche, mit einem geschätzten Privatvermögen von mehr als 9 Milliarden Euro. Er oder besser gesagt seine Holding hält große Anteile an vielen Firmen, beispielsweise Heidelberger Zement oder Ratiopharm. Dieser Herr Merckle hat sich in den letzten Wochen, anscheinend mit Aktienspekulationen auf VW eine blutige Nase geholt. Die Gerüchte nennen Verluste zwischen 300 Millionen und 1,3 Milliarden. Unangenehm, aber soweit noch in Ordnung.
Dieser Merckle hat aber nun beim Land Baden-Württemberg wegen eines Rettungsplans angefragt. Angeblich wollte er eine Bürgschaft von 150 Millionen Euro vom Land. Die hat man ihm zwar verweigert, aber die LBBW, also die Landesbank hat ihm einen Kredit angeboten. Bis jetzt hat er sich aber wohl geweigert, mit seinem Privatvermögen zu bürgen.
Wenn das stimmt, ist das an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten. Ich bin ehrlich geschockt, dann man da in BW auch nur eine Sekunde drüber nachgedacht hat.
Jahrelang war das geltende Praxis bei vielen Airlines: Wer seinen Hinflug versäumt, hat auch keinen Anspruch mehr auf den gebuchten Rückflug.
Das Landgericht Köln hat diese Klausel nun endlich gekippt. In einem Rechtsstreit zwischen Lufthansa und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen, erklärten die Richter die entsprechende Klausel in den AGB für unwirksam, denn sie sei wegen unangemessener Benachteiligung der Reisenden ein Verstoß gegen das AGB-Gesetz (AZ: 26 O 125/07). In der Urteilsbegründung heißt es, die Klausel in den AGB der Lufthansa sei nicht differenziert genug, denn sie ziehe eine vollständige Befreiung der Leistung durch die Fluggesellschaft nach sich, ohne den Einzelfall genau zu berücksichtigen.
Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
Hin und wieder bringt die Menschheit besondere Persönlichkeiten hervor, die ihre Spuren weit über ihren Tod hinaus hinterlassen. Heute vor 83 Jahren wurde Robert Francis Kennedy, genannt “Bobby”, als jüngerer Bruder des ebenfalls legendären US-Präsidenten John F. Kennedy geboren, dessen oberster Wahlkämpfer, Justizminister und engster Berater er war. Robert Kennedy war insbesondere die treibende Kraft im Kampf gegen die Unterdrückung der Schwarzen und für eine Stärkung der amerikanischen Bürgerrechte. Weltweites Aufsehen erregte Robert Kennedy mit seiner Unterstützung des Afro-Amerikaners James Meredith, der sich gegen den Willen der dortigen Behörden als erster Schwarzer an der Universität von Mississippi einschreiben wollte, was erst nach der Entsendung von Militärtruppen durch Präsident Kennedy erzwungen werden konnte (ironischer Weise unterstützte James Meredith später die Republikanische Partei und versuchte mehrfach für diese in den Kongress einzuziehen). Nach der Ermordung seines Bruders vertrat Robert Kennedy den Staat New York im Senat, um 1968 selbst für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren. Robert Kennedy hatte gerade die Vorwahlen in Kalifornien gewonnen und damit seine Aussichten auf die Kandidatur der Demokraten enorm verbessert, als er in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1968 im Hotel “Ambassador“ in Los Angeles erschossen wurde. Die Ermordnung von Robert Kennedy, der viel mehr als sein berühmter Bruder durch seine poltischen Inhalte zur Galionsfigur der amerikanischen Linken avancierte, gilt zusammen mit der Ermordung von Martin Luther King als das Ende einer durch Jugendlichkeit, Optimismus und Fortschrittsglauben charakterisierten Ära.
Es heisst, Geschichte werde von Gewinnern geschrieben. Damit ist nicht nur gemeint, dass sich letztendlich der Stärkere durchsetzt, sondern auch dass rückblickend sein Weg der richtige war, während der Unterlegene die falschen Entscheidungen getroffen und gerade deshalb verloren habe. Dass Erreichen des Ziels beweise demnach die Richtigkeit des Wegs. In dieses Horn stößt auch Klaus Böllig, Regierungssprecher und Berater von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt in einem aktuellen Beitrag für die Süddeutschen Zeitung. Ypsilanti habe mit ihrer Entscheidung, eine Zusammenarbeit mit den Linken zu riskieren, um Koch zu stürzen, der SPD schwer geschadet und müsste daher die Partei, mindestens aber die Parteispitze verlassen. Ypsilanti habe sich taub gestellt und quasi im Rausch alle Zeichen nicht erkennen wollen, die das einzig vernünftige, nämlich eine Koalition mit Koch nahegelegt hätten. Es ist wohl in der Tat kaum bestreitbar, dass die misslungene Strategie von Ypsilanti der SPD schweren Schaden zugefügt hat. Kann man vom Scheitern aber wirkich Rückschlüsse auf die richtige Risikoabwägung machen? Ich meine: Nein. Continue reading ‘Ypsilanti und die Linke. War es das Risiko wert?’
Lange ist es ja nicht mehr hin bis zur Wahl des 56. US Präsidenten. Wer also am 4. November mit seinem Wissen über die bisherigen Wahlen protzen will, findet auf dieser Seite eine schöne, kompakte Auflistung aller bisherigen Wahlen, inkl. der Kandidaten, wer welche Staaten gewonnen hat und der genauen Stimmverteilung. Da alle Wahlen mit dem entsprechenden Wikipedia Artikel verlinkt sind, kann man sich auch noch mehr Hintergrundwissen aneignen.
Ich habe schon öfter gehört, dass es gar nicht so schwer sein soll, ein normales Verkehrsflugzeug zu landen und das man eine reelle Chance hat, mit Anleitung per Funk, das Ding heil runter zu bekommen. Dazu passt dieser Artikel, in dem genau bescherieben wird wie es funktioniert. Wenn dann eines Tages die berühmte “Ist hier zufällig ein Pilot an Board?” Frage von den Stewardessen kommt, kann eigentlich nix mehr schiefgehen.
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