In den späten achtziger Jahren hatte ich oft hitzige Diskussionen mit der Mutter eines guten Freundes geführt. Sie war damals die lokale Vorsitzende der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und vertrat bis zum Schluss die Auffassung, den Menschen ginge es in der DDR besser, als bei uns. Als der gesamte Ostblock implodierte waren diese Gefechte schnell zu Ende, denn die Fernsehbilder und persönlichen Erfahrungen überzeugten auch meine Gesprächspartnerin und nach allem was ich noch von ihr gehört habe, hat sie ihre politische Laufbahn dann auch beendet. Was aber der Zusammenbruch der osteuropäischen Staaten für die Kommunisten war, hätte die Finanzkrise für die FDP in Deutschland sein müssen: Die Erkenntnis des vollkommenen Versagens ihrer staatspolitischen Konzepte.
Man möge sich nur eine Sekunde ausmalen, was gewesen wäre, wenn die FDP sich in der Vergangenheit durchgesetzt und die Finanzmärkte noch viel stärker dereguliert worden und die Steuer gesenkt worden wären: Die Krise wäre noch schlimmer und dem Staat würde das Geld fehlen, entgegenzusteuern. Anstatt nun aber kleinlaut den Anderen das Feld zu überlassen, spielen sich Westerwelle und Niebel weiterhin als Musterschüler auf, die wüssten, wie man das Land retten könnte. Sie werden es selbst erraten: Natürlich durch “Steuern runter” und “Entbürokratisierung”, sprich: Deregulierung. Nun, dass zwei so dermaßen arrogante Personen auch jetzt nicht einsehen, dass Deutschland ohne sie gut vertreten war, hat mich nicht verwundert. Verwundert hat mich, als ich die neusten Umfrageergebnisse sah und die FDP auch noch im Aufwind ist. Vielleicht sollten wir auch die Manger der Hypo Real Estate zu Ministern machen und Bernard L. Madoff zum Bundespräsident wählen.
Man möchte kotzen, ja!
Dass die FDP im Aufwind ist, dass haben wir unseren “Genossen” zu verdanken! Soviel gequirlte Scheiße wie da momentan – auf ALLEN Ebenen – produziert wird, dass zieht selbst mir die Schuhe aus! Sorry, aber ich überlege ernsthaft:
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