Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das gar nicht früher mitbekommen habe: Zum 1.7.2008 tritt die Reform der Pflegeversicherung in Kraft. Neben anderen Änderungen, erhöht sich vor allem der Beitragssatz für Kinderlose von aktuell 1,95% auf dann 2,2%. Das ist nicht wirklich die Welt, aber es erfordert bei uns und wahrscheinlich auch bei vielen anderen Firmen ein Update unserer Finanzsoftware. Normalerweise gibt es die immer nur zum Jahreswechsel, aber jetzt durch die Pflegereform eben nun auch mitten im Jahr. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Kosten für die deutsche Wirtschaft insgesamt 100 Millionen Euro betragen sollen. Keine Ahnung ob das stimmt, aber vorstellbar finde ich es schon. Bei uns kostet das Softwareupdate etwa 300 EUR, dann muss ich mich 1 Stunde mit der Installation beschäftigen und unser Buchhalter wird auch nochmal 2 oder 3 Stunden investieren müssen, bis die Umstellung durch ist. Wenn es blöd läuft – und das ist in der Vergangenheit auch schon öfter passiert, liefert die Softwarefirma das Update verspätet aus. Die Folge wäre dann, erstmal noch nach den alten Sätzen abzurechnen und dann später einen Korrekturlauf zu machen. Je nachdem wie aufwendig es dann wirklich wird, schätze ich unsere Kosten, bei etwa 18 Mitarbeitern so auf 800 bis 1.600 EUR für diese Umstellung.
Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass diese Zusatzeinnahmen für die Pflegeversicherung so dringend benötigt werden, dass man nicht bis zum 1. Januar 2009 hätte warten können. Ich finde das sollte Standard sein, dass sich Gesetze, vor allem wenn sie solche Auswirkungen haben, nur zum Jahreswechsel ändern. Von Rücksichtnahme auf die Belange der Unternehmen kann man da wirklich nicht sprechen.


Letzte Kommentare